Freitag 29.07.2016 München, Backstage Werk

Support: Naked Superhero, Mark Foggo

Freitag, der Beginn der Sommerferien in Bayern. Der Andrang war groß beim Free&Easy Festival im Münchner Backstage, hatte sich doch die russisch-östereichische Skapunk und Speedpolka-Combo Russkaja für die große Halle, das Werk, angekündigt.

Doch zunächst mussten als Opener des vielversprechenden Abends „Naked Superhero“ aus München ran. Das bereits zu diesem frühen Zeitpunkt angemessen gefüllte Werk hieß sie sofort willkommen und ging sofort mit dem sehr eingängigen und gut abgemischten Sound mit. Auch mich konnten die 6 Münchner auf Anhieb überzeugen, spielten sie doch eine sehr gute Mischung aus Ska, Brass und Reggae und rissen mit dieser positiven Energie auch die letzten, noch von der Woche geschafften, Anwesenden aus ihrer Lethargie. Von Anfang an wurde „geskangt“ und eine erste Woge positiver Energie und Euphorie machte sich im Publikum breit. Nach ca. 40 Minuten eigener Songs als auch Coverversionen bekannter Songs entließen „Naked Superhero“ das Publikum in eine kurze (aber notwendige) Umbau- und Abkühlpause, hatte sich das Werk doch schon merklich aufgeheizt.

Die zweite Vorband des Abends „Mark Foggo“ mit oldschool Ska-Rythmen und setzte nahtlos an Stimmung und Sound der Vorgänger an. Kenner wussten was sie erwartete: Original Fast High Energy Ska Mayhem. Sie wurden nicht enttäuscht. Mark heizte dem Publikum ordentlich ein, schnitt seine berühmten Grimassen und fordete vollen Einsatz. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gab es keine Bändchen mehr für das Werk, wer zu spät kam schaute leider in die Röhre. Paul Berding am Saxophon sorgte für satten Sound und das Publikum kannte kein Halten mehr. Wer bei Songs wie „Lucky to be alive“, „The day I met Muhammed Ali“ oder „Haircut“ noch stillstand dem konnte auch nicht mehr geholfen werden. 30 Jahre im Geschäft lassen sich einfach nicht wegdiskutieren, vom Skin oder Hippie bis zum „Zugroasten“ war nur eine tanzende Menge.Die Temperaturen stiegen weiter… 

Der langersehnte Höhepunkt des Abends starte pünktlich seine Motoren und erfüllte die Erwartungen der Gäste. Russkaja wurde erwartungsgemäß furios empfangen und steigerten die Temperaturen in noch ungeahnte Höhen. Hans-Georg Gutternigg, der Spieler der „Potete“, einer eigens für die Band entwickelten Mischung aus Trompete und Posaune zeigte was in diesem eigenwilligen Instrument steckte, während Ulrike Müllner die E-Geige erklingen ließ. Die gelungene Mischung aus Ska, Polka und rockigen Klängen riss das Publikum mit. Zu den Klängen von Traktor wurde ein russischer „Circle-Pit“ ins Leben gerufen. Die „Mitte“ erschien wie bestellt und die Arena im Werk wurde zu einer einzigen rotierenden Polonäse. Bis um Mitternacht feierte Russkaja und erspielte sich sicherlich einige neue Fans. Der ganze Abend war ein gelungener Start ins Wochenende und wer danach noch schlecht drauf oder aber nüchtern geblieben ist, war selber schuld.

(Text & Bilder: Björn Engelke)