Samstag 08.10.2016 – München, Backstage Halle

Support: Roger Harvey, The Menzingers

Samstagabend, beste Zeit um “auf-die-Kacke“ zu hauen. Die Zeichen standen gut, hatten sich doch „The Bouncing Souls“ für die Halle im Backstage angekündigt. Doch alles der Reihe nach:

Den Abend durfte Singer-Songwriter Roger Harvey aus Philadelphia eröffnen. Der ruhige Start in den Abend riss jetzt nicht jeden von den Socken aber es war handwerklich gut gemacht. Roger Harvey war letztendlich allein auf der Bühne nur mit Gitarre und sang Lieder aus seiner Lebensgeschichte, unter anderem schien er auf dieser Tour seinen Pass zum dritten Mal in seinem Leben verloren zu haben und eines seiner letzten Lieder handelte nun von dem ersten Mal als ihm dies passierte. Nach ca. 25 min. war es dann vorbei, es gab den wohlverdienten Applaus, mich selber hat er weniger überzeugt. Aber das ist ja wie so oft Geschmackssache.

Nach zwanzigminütiger Umbaupause durften „The Menzingers“ ebenfalls aus Philadelphia, Pennsylvania die Bühne entern. 2013 hatten die Souls mit ihnen ein gemeinsames Split-Album produziert. Die mir bis dato völlig Unbekannten überzeugten mich durch sauberen energetischen Indie-Punk und konnten das Publikum, welches nun doch näher an die Bühne gerückt war, mitreißen. Anscheinend waren auch Fans aus den Staaten vertreten, die sehr textsicher den guten Sound unterstützten. Tom May an der Gitarre sprang auf der Bühne herum und befeuerte die ohnehin gute Stimmung noch zusätzlich. Ein erster kleiner Pit war schnell eingerichtet und es konnte munter getanzt werden. So hatten alle Beteiligten einen kleinen Vorgeschmack bekommen für das was noch kommen würde. Gut gelaunt ging es also zum nächsten Change Over.

Um 21:30 starteten „The Bouncing Souls“ ihren Angriff auf die Ohren und die Tanzwut ihre Fans. Die 4 Jungs aus New Brunswick, New Jersey hatten ihr brandneues Album „Simplicity“ (Release: 29.7.2016) im Gepäck. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr. Ohne Bühnengraben wurde es selbst für mich schwer hier fest an einem Platz zu stehen und zu Fotografieren. The Bouncing Souls brachten die Menge zum Kochen. Greg und seine Mannen waren schwer begeistert von der Stimmung und drehten richtig auf. Durch den fehlenden Graben war natürlich dem Stagediven keine Grenzen gesetzt und es wurde gerne und viel angenommen. Die Souls wurden umarmt und dann ging es ab in die Menge. Neue und alte Songs wurden gleichermaßen mitgesungen und die neuen Songs kamen sehr gut an. Beim lang ersehnten „True Believers“ steigerte sich die Stimmung noch einmal dramatisch. Zur Zugabe kamen alle Musiker des Abends auf die Bühne, und spielten Cock Sparrers „We’re coming back“. Mit diesem Abend konnte man nur zufrieden sein. Nach fast 8 Jahren Abstinenz von den Souls hat es mich sehr gefreut, dass sie nichts von ihrer Spielfreude und Nähe zu ihren Fans verloren haben. Ich freue mich auf jeden Fall auch nächstes Mal. Mögen es keine 8 Jahre werden…

(Text & Bilder: Björn Engelke)