Dienstag 29.11.2016 München, Zenith

Support: The Dirty Nil, Monster Truck

Billy Talent – Ein bayrisch-kanadischer Abend

Vorletzter Novembertag, das im Vorfeld schon ausverkaufe Konzert der vier kanadischen Punkrocker „Billy Talent“ zog mich an einem lausig kalten Dienstag zum Zenith in den Münchner Norden. Die ersten Fans warteten schon über eine Stunde vor Einlassbeginn in der Saukälte um sich die besten Plätze vor der Bühne sichern zu können. Pünktlich um 18:30 wurden die Türen geöffnet und der Abend konnte beginnen.

Um zwanzig Uhr eröffneten das ebenfalls aus Kanada stammende Trio „The Dirty Nil“ den Abend im schon ziemlich gut befüllten Zenith. Vom musikalischen Standpunkt spielen die Drei dreckigen Rock mit einer ordentlichen Ladung Punk. Luke Bentham schreit sich den Zorn von der Seele, unterstützt durch den häufig verzerrten Bass von Dave Nerd. Die Drums von Kyle Fisher hatten auch nichts zu lachen. Ein druckvoller Sound der an die frühen Strike Anywhere oder Fugazi-Alben erinnert. Kurzes, schmerzloses Vorspiel, nach einer halben Stunde ging es in die nächste Runde. 

Dreiviertel Neun waren dann „Monster Truck“ an der Reihe, die bereits schon „vorgewärmte“ Menge weiter zu bespaßen und für den Höhepunkt des Abends zu impfen. Monster Truck spielte mit einer Mischung von Hard/Southern Rock auf. Haupteinflüsse von Black Sabbath, Deep Purple oder auch Soundgarden lassen sich nich verleugnen. Die deutliche Klangnuance vom Keyboard mit Orgelsound macht dies unmissverständlich klar. Nichts desto trotz wissen die vier Rocker aus Hamilton (Ontario, Kanada) das Publikum für sich zu gewinnen und hinterlassen zur Pause die Hallenmeute in einer gut gelaunten Stimmung zurück. 

Pünktlich um Zehn startet der sehnlichst erwartete Hauptakt „Billy Talent“  den Motor mit „Devil in a midnight mass“. Und ab ging die Post weiter mit „This Suffering“, „Big Red Gun“. Hauptsächlich wurden die älteren bekannteren Songs gespielt. Der Erfolg blieb nicht aus, die Menge bekam was sie erwartete, von dem her kann man sagen das „Billy Talent“ liefert. Dies macht sie nach wie vor zu einer stets verlässlichen Liveband die es schafft die Energie ihrer Musik auf das Publikum zu übertragen. Ausverkaufte Hallen sprechen eine deutliche Sprache. Auch wenn das Zenith es dem Sound echt nicht leicht macht unverzerrt in den Gehörgang zu kriechen. Wieter hinten zieht es auf jeden Fall Fäden und da kann der Soundengineer noch so gut sein. Diese Tour war außerdem eine Premiere für den neuen Drummer, Aaron Solowoniuk musste aufgrund seiner MS-Erkrankung vorerst seinen Schemel räumen und wurde vom ehemaligen Alexisonfire!-Trommler Jordan Hastings vertreten. Nach 1.5 Stunden und zwei Liedern Zugabe war ein gelungener Konzertabend der seine Erwartungen erfüllte zuende. Der große „Wow-Effekt“ blieb aber leider aus. 


Setlist:
Devil in a Midnight Mass
This Suffering
Big Red Gun
This Is How It Goes
Rusted from the Rain
The Crutch
Leave Them All Behind
White Sparrows
Pins and Needles
Surrender
River Below
Saint Veronika
Ghost Ship of Cannibal Rats
Surprise Surprise
Afraid of Heights
Louder Than the DJ
Devil on My Shoulder
Red Flag

Fallen Leaves
Viking Death March

(Text & Bilder: Björn Engelke)