Samstag 17.12.2016 München, Backstage Werk

Support: Unearth, Kataklysm, Ensiferum

Um in der Vorweihnachtszeit noch einmal für eine gesunde metallische Grundstimmung zu sorgen, damit Kaufrausch und Konsumwahn ihren verdienten Dämpfer erhalten gab es diesen Samstag den Headbangersball im Backstage. Angekündigt hatten sich eine feine Mischung aus Metalcore, Deathmetal, Folkmetal und Powermetal. Hatte doch ein ehemals großer Musiksender zum Tanze eingeladen.

Um 18:30 hieß es Bühne frei für „Unearth“, Metalcore aus Winthrop, Massachusetts. Die 5 Jungs zauberten ein feines Brett auf das Parkett und gaben einen gelungen Auftakt für den weiteren Abend. Das bereits zahlreiche Publikum zeugte von vielen „Unearth“ Fans, anhand der T-Shirts leicht zu erkennen. Eine knappe 40 min. gab es ordentlich auf die Ohren und die Nackenmuskulatur wurde vom geneigten Volke schon mal vorgewärmt.

Die zweiten im Bunde waren „Kataklysm“ welche um kurz vor halb neun die Bühne enterten. Die kanadischen Death Metaller erhöhten die Schlagzahl deutlich und zeigten einmal mehr, dass sie wie keine zweiten ihr Metier beherrschten. Die ersten Crowdsurfer ließen auch nicht lange auf sich warten. Einer wurde sogar kurzerhand von Sänger Maurizio auf die Bühne geholt und durfte sich dort eine Weile austoben bevor es wieder ab in die Menge ging. Zu Anfang war der Sound leider etwas mau was sich aber über den Gig merklich besserte. Die knapp 50 Minuten waren schnell vorbei und nun hieß es sich wieder mit Bier und Nikotin zu versorgen bevor es weiterging.

Nun durfte Finnland ihre Allzweckwaffe „Ensiferum“ in den Ring werfen. Die Mischung aus Viking und Folk-Metal kam sehr gut nach dem vorherigen Geknüppel. Melodien und Rythmen sorgten im vollen Werk für beste Stimmung und neben dem obligatorischen Moshpit ergab sich auch ein größerer Circlepit. Somit war für jedes Metalherz gesorgt, saufen Tanzen und mitgrölen. Seit 2016 ist mit Netta Skog eine Akkordeonistin mit an Bord und sorgte für mit Ihrer fröhlichen Art für beste Stimmung, auch wenn der Sound des Akkordeons etwas unterging. Mit Songs wie „Into Battle“ oder „In my Sword I trust“ erfüllten sie die Wünsche der Fanbase. Der gelungene Auftritt zum Jahresabschluss ließ die Herzen der Fans höherschlagen.

Um zehn war es dann soweit, „Iced Earth“ betraten die Bühne und eröffneten Ihren Teil des Abends mit „Great Heathen army“. Leider war auch hier der Sound mehr wie unterirdisch. Irgendwie hatte der Soundtech kein gutes Händchen bewiesen. Der Gesang ging in einen Brei von Schlagzeug, Bass und Gitarrensound unter. Die Fans störte es weniger, kannten sie doch jeden Song und Textsicherheit war keine Frage. Dennoch konnten die Jungs rund um Jon Schaffer leider nicht an die Stimmung der Vorgänger anknüpfen. Die Stimme von Sänger Stu Block drang einfach zu wenig durch. Nach gut einer Stunde und der Zugabe von „Watching Over Me“ war der diesjährige Headbangersball Geschichte. Für mich an und für sich eine gelungene Veranstaltung mit guter bis großartiger Stimmung aber der Sound ist definitiv verbesserungswürdig. Also, auf ein Neues in 2017.

(Text & Bilder: Björn Engelke)