Montag 19.12.2016 München, Olympiahalle

Support: Beasto Blanko

Die „Fantastischen Vier“ aus Frankfurt hatten nach Ihrer Reunion und den mehr als erfolgreichen und restlos ausverkauften Konzerten 2014 & 2015 auf dem Hockenheimring zum Jahresende eine Deutschlandtour als quasi Weihnachtsgeschenk angekündigt. Mit im Gepäck natürlich ihr neuer Longplayer „Memento“, der  sofort auf Platz 1 schoss, wie zu erwarten die Kritiker auch nicht verstummen ließ. Alle Konzerte dieser Tour werden in den großen Hallen Deutschlands ausgetragen und doppelt bespielt, die im Vorfeld hohe Nachfrage nach Tickets bestätigte diese Vorgehensweise.

Lange gewartet, endlich war es soweit. Die Helden meiner Jugend gastieren in München. Doch zuerst durften „Beasto Blanco“ ran. Musikalisch eher Richtung Mexican Rock’n’Roll einzuordnen spielen hier Chuck Garric von Alice Cooper und Calico Copper ebenseine Tochter die tragenden Rollen. Knappe 40 Minuten hat die Combo Zeit, das auf den ersten Blick doch etwas jüngere Publikum anzuwärmen. Dies gelingt leidlich und ohne größere schmerzhafte Nebenwirkungen. Im Endeffekt klarer Rock mit den erwähnten mexikanischen Stilelementen, nicht schlimm wenn man sie nicht kennt, tut aber auch nicht weh wenn doch.

Um 20:45 betreten Pe, Gonzo, Kevin und Stephan die Bühne. Der Opener „Gott hat ein Problem“ kommt gut und reißt die volle Olympiahalle mit. Man sieht, dass Gonzo ungemein viel Spaß hat und Kevin sich wieder ganz zu Hause fühlt. Leider wurde Pe für meinen Geschmack zu weit hinten und oben geparkt, aufgrund der großen Halle notwendig, sonst sieht man von anderen Seite der Halle Nichts. „10 Jahre“ ist der nächste Song und befriedigt damit die Bedürfnisse der alten Fans. Für mich leider nur eine kurze Momentaufnahme, da ich nach 2 Songs die Halle verlassen muss. Letztendlich eine Konsequenz aus den immer noch schwelende Querelen mit der allgemeinen deutschen Presse, die es leider immer noch nicht begriffen hat worum es bei den Onkelz geht. Das macht es für Fotografen wie mich schwer, deren Herz an diesem Stück deutscher Musikgeschichte hängt, Zugang zu dieser Welt zu bekommen. Ich bin auf jeden Fall froh und Dankbar zumindest diese kleine Chance bekommen zu haben. Wer weiß, vielleicht geht ja irgendwann auch mal mehr…

Setlist:

Gott hat ein Problem
10 Jahre
Finde die Wahrheit
Irgendwas für nichts
Nie wieder
Gehasst, verdammt, vergöttert
Auf die Freundschaft
Schutzgeist der Scheiße
Lieber stehend sterben
Nur die Besten sterben jung
Jeder kriegt was er verdient
Dunkler Ort
Wieder mal ’nen Tag verschenkt
52 Wochen
Danke für nichts
Bomberpilot
Wo auch immer wir stehen
Mach’s dir selbst
Auf gute Freunde


Zugabe:
Wir ham‘ noch lange nicht genug
Kirche
Mexico
Erinnerungen

(Text & Bilder: Björn Engelke)