Distemper – Live Tour 2016

Sonntag 16.10.2016 München, Backstage Club

Support: NOFNOG

Sonntagabend, nach einem sonnigen Herbsttag hieß es, auf ins Backstage. Hatten sich doch „Distemper“, eine der bekanntesten russischen Ska-Punk Bands aus Moskau angekündigt. Seit Anfang Oktober touren die 8 Jungs durch Europa und hatten seitdem auch in Belgien und Frankreich Station gemacht. Es hatten sich ca. 60 Gäste im Backstage Club eingefunden, um für die bald beginnende Woche frische und positive Energie zu tanken.

Eröffnet wurde der Abend von NOFNOG aus St. Gallen. Die vier Eidgenossen starteten den Abend mit frischen Punkrock. Soundtechnisch in Richtung „Good Riddance“, „Anti Flag“ oder „The Unseen“ ausgerichtet rockten sie fröhlich drauf los und zogen die ersten Tanzwütigen vor die Bühne. Leider war der Sound nicht ganz so gut abgemischt, aber dennoch konnten die Jungs mich überzeugen. Eine Besonderheit ist das Jerome von der Schießbude aus die Leadvocals übernimmt, sieht und hört man nicht so oft. Nach einer guten halben Stunde ging es dann in die Umbaupause, Zeit für das geneigte Publikum sich noch eine Sonntagabendhalbe zu kaufen.

Distemper kam auch gleich zu Sache und ging in die Vollen. Mit fettem Brass von Trompete, Posaune und Sax dampfte der Ska-Zug los. Ab dem zweiten Song sorgte das Bandmaskottchen, der „verrückte Hund“ für Stimmung im Publikum. Mal von der Bühne und mal mitten drin motivierte er die Zuhörer zum Tanzen. Es bildete sich eine kleiner Pit zum Skanken und Pogo. Sogar ein kleiner Stagedive war drin. Das Publikum feierte ausgiebig und die Temperatur im Club stieg schnell, bis die Spiegel beschlugen. Nach über einer guten Stunde gab es als Zugabe noch „Moskau Reggae“ auf die Ohren bevor sich die 8 Moskauer Jungs bis zum nächsten Mal verabschiedeten. Für einen Sonntagabend war die Stimmung fantastisch und ich denke jeder kam hier auf seine Kosten, auch wenn die russischen Texte sicherlich nicht jeder Verstanden hat. Aber Musik ist sowieso die universellere Sprache. In diesem Sinne freue ich mich auf ein Wiedersehen.

(Text & Bilder: Björn Engelke)


Russkaja – Ska music is happy music

Freitag 29.07.2016 München, Backstage Werk

Support: Naked Superhero, Mark Foggo

Freitag, der Beginn der Sommerferien in Bayern. Der Andrang war groß beim Free&Easy Festival im Münchner Backstage, hatte sich doch die russisch-östereichische Skapunk und Speedpolka-Combo Russkaja für die große Halle, das Werk, angekündigt.

Doch zunächst mussten als Opener des vielversprechenden Abends „Naked Superhero“ aus München ran. Das bereits zu diesem frühen Zeitpunkt angemessen gefüllte Werk hieß sie sofort willkommen und ging sofort mit dem sehr eingängigen und gut abgemischten Sound mit. Auch mich konnten die 6 Münchner auf Anhieb überzeugen, spielten sie doch eine sehr gute Mischung aus Ska, Brass und Reggae und rissen mit dieser positiven Energie auch die letzten, noch von der Woche geschafften, Anwesenden aus ihrer Lethargie. Von Anfang an wurde „geskangt“ und eine erste Woge positiver Energie und Euphorie machte sich im Publikum breit. Nach ca. 40 Minuten eigener Songs als auch Coverversionen bekannter Songs entließen „Naked Superhero“ das Publikum in eine kurze (aber notwendige) Umbau- und Abkühlpause, hatte sich das Werk doch schon merklich aufgeheizt.

Die zweite Vorband des Abends „Mark Foggo“ mit oldschool Ska-Rythmen und setzte nahtlos an Stimmung und Sound der Vorgänger an. Kenner wussten was sie erwartete: Original Fast High Energy Ska Mayhem. Sie wurden nicht enttäuscht. Mark heizte dem Publikum ordentlich ein, schnitt seine berühmten Grimassen und fordete vollen Einsatz. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gab es keine Bändchen mehr für das Werk, wer zu spät kam schaute leider in die Röhre. Paul Berding am Saxophon sorgte für satten Sound und das Publikum kannte kein Halten mehr. Wer bei Songs wie „Lucky to be alive“, „The day I met Muhammed Ali“ oder „Haircut“ noch stillstand dem konnte auch nicht mehr geholfen werden. 30 Jahre im Geschäft lassen sich einfach nicht wegdiskutieren, vom Skin oder Hippie bis zum „Zugroasten“ war nur eine tanzende Menge.Die Temperaturen stiegen weiter… 

Der langersehnte Höhepunkt des Abends starte pünktlich seine Motoren und erfüllte die Erwartungen der Gäste. Russkaja wurde erwartungsgemäß furios empfangen und steigerten die Temperaturen in noch ungeahnte Höhen. Hans-Georg Gutternigg, der Spieler der „Potete“, einer eigens für die Band entwickelten Mischung aus Trompete und Posaune zeigte was in diesem eigenwilligen Instrument steckte, während Ulrike Müllner die E-Geige erklingen ließ. Die gelungene Mischung aus Ska, Polka und rockigen Klängen riss das Publikum mit. Zu den Klängen von Traktor wurde ein russischer „Circle-Pit“ ins Leben gerufen. Die „Mitte“ erschien wie bestellt und die Arena im Werk wurde zu einer einzigen rotierenden Polonäse. Bis um Mitternacht feierte Russkaja und erspielte sich sicherlich einige neue Fans. Der ganze Abend war ein gelungener Start ins Wochenende und wer danach noch schlecht drauf oder aber nüchtern geblieben ist, war selber schuld.

(Text & Bilder: Björn Engelke)